Die Arbeit geht von einem schwer erklärbaren Gefühl der Zugehörigkeit zum Ruhrgebiet aus. Obwohl ich hier geboren wurde, habe ich nie hier gelebt. Meine nomadisch geprägte Biografie wurde befeuert von einem rastlosen Drang, fremde Orte ergründen zu wollen und mich temporär darin einzurichten. Dabei zeichnete sich ab, dass sich ein Gefühl von Zuhause-sein nicht beliebig erzeugen lässt. Warum dann ausgerechnet hier? Liegt es im Ort selbst oder in den Erwartungen und Projektionen, die ihn prägen?
In einer Zeit, in der Orte nicht mehr als unbeschriebenes Terrain erscheinen, sondern als von Bildern überformtes Gefüge, erforsche ich, wie man einen Ort dennoch begreifen und sich ihm annähern kann. So entstehen gewollt subjektive Fotografien, die das Ruhrgebiet jenseits gängiger Erzählungen zeigen. Die Metropolregion steht dabei weniger als konkretes geografisches Gebiet, sondern als Projektionsfläche und sozialer Erfahrungsraum im Vordergrund.
"In dieser Stadt" versteht sich als fragmentarisches Archiv einer Annäherung. Es geht um das Aushalten von Ambivalenz, um meine Sicht als dazugehörige Außenstehende.
Das Fragmentarische ist dabei keine formale Entscheidung allein, sondern Ausdruck einer Gegenwart, in der kohärente Erzählungen zunehmend brüchig werden. Das Archiv bleibt bewusst unvollständig, als Einladung, Lücken zuzulassen. Bewegung wird nicht als Gegenpol zur Verortung verstanden, sondern als ihre mögliche Voraussetzung.
Vielleicht entsteht Zugehörigkeit nicht aus Ankunft, sondern aus wiederholter Annäherung – aus dem Bleiben im Prozess. Bewegung wird so nicht als Gegenpol zur Verortung verstanden, sondern als ihre mögliche Voraussetzung.